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Ajatollah Chamenei zum Thema: Westliches und islamisches Freiheitsverständnis

Die Freiheit ist ein abstrakter Begriff, der unterschiedlich, je nach den Ideologien definiert worden und über den man sich wie bei anderen politischen Begriffen uneinig ist. Die Philosophie hat sich besonders im Westen mit dem Begriff der Freiheit beschäftigt. Aber die Islamische Revolution Iran hat eine neue Definition von Freiheit vorgestellt.

Die Islamische Revolution ist angesichts ihrer geistigen und philosophischen Grundlagen von einem Ideal überzeugt. Dieses hohe Ideal soll zur Wiederbelebung der Islamischen Zivilisation führen. Es schließt nicht nur materielle sondern auch immaterielle Ziele ein.

Im neuen Islamischen Zivilisationsideal zählt nicht ausschließlich das Interesse des Einzelnen, einer Schicht oder eines besonderen Landes, sondern es zählen die Interessen aller und aller Länder. Es geht auch nicht nur um das weltliche Wohl sondern um das Wohl in beiden Welten. Diese Zivilisation bildet damit einen Gegensatz zur westlichen Kultur, welche durch materielle Deutung des Menschen und der Gesellschaft an die Interessen der Einzelnen oder einer bestimmten Gruppe denkt und sich immer gezwungen sieht,  die Voraussetzungen für ihre Vorherrschaft und Erfüllung ihrer Gewinnsucht zu schaffen, und sei es durch Bedrohung anderer Völker oder Krieg gegen sie.

Neben der Bedeutung des Begriffes der Freiheit in der Weltliteratur wird dieses Thema auch innerhalb der philosophischen und humanwissenschaftlichen Debatten in der Islamischen Republik Iran ernsthaft diskutiert.

Auf Initiative des Zentrums für das islamisch-iranische Entwicklungsmodell wurde in diesem Zusammenhang eine strategische Sitzung zum Thema Freiheit unter Teilnahme von Ajatollah Chamenei, dem Oberhaupt der Islamischen Revolution einberufen. Es war die 4. Sitzung strategischen Denkens. Fast 150 Denker und Dozenten an iranischen Theologiehochschulen und Universitäten nahmen an dieser Sitzung teil.

Ajatollah Chamenei verwies auf vorhandene Lücken und spürbare Mängel hinsichtlich der Kenntnis und Umschreibung der verschiedenen Aspekte der Freiheit und fuhr fort: „Im Verhältnis zu anderen Themen ist das Thema der Freiheit in den letzten Jahrhunderten im Westen besonders eingehend behandelt worden. Der wichtigste Anlass dazu lieferten Ereignisse, die im Westen eine Art geistigen Sturm in Bezug auf dieses Thema auslösten.“ Er bezeichnete die Renaissance, Industrie-Revolution sowie die Französische und die Oktoberrevolution als Ereignisse und Hauptfaktoren, die im Westen eine große geistige Welle in Sachen „Freiheit“ hervorriefen.

Ajatollah Chamenei fuhr fort:

Im Gegensatz zum Westen, hatten wir vor der Konstitutionellen Bewegung, keine Bedingungen vorliegen, die hinsichtlich der Freiheit eine geistige Welle hätten hervorrufen können. Er verwies darauf, dass wegen eines wichtigen Fehlers, nämlich der Nachahmung des westlichen Denkens durch die Intellektuellen, die Gelegenheit, die diese Konstitutionelle Revolution bot, nicht richtig für Errungenschaften in der Freiheitsdebatte genutzt wurde.

Die Freiheit ist ein Begriff, welcher im Westen im 18. bis 20. Jahrhundert eingehend diskutiert wurde. Die Theorien der westlichen Denker wurden Grundlage für die Revolutionen im Westen, die bei der Französischen Revolution begannen.  Die politischen Systeme im Westen entstanden aufgrund dieser Freiheitstheorien ebenso wie die Menschenrechtserklärung. Bald wurden die westlichen Freiheitstheorien zu einem Modell für Intellektuelle in asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern und diese strebten nach der vom Westen definierten Freiheit .Was sie dann von der Freiheit des Westens in ihrem Land vorstellten, bestand in der Abkehr von moralischen Werten. Die im Westen definierte Freiheit ist eine Freiheit, die auf dem Humanismus beruht. Eben diese Freiheit hat einen Rückgang und Zerfall moralischer Werte in den westlichen Gesellschaften zur Folge gehabt.

Ajatollah Chamenei verwies auf die Wirkung der Literatur von Denkern der Renaissance auf die Französische Revolution und die Wirkung die die französische Revolution auf die Deutung der Freiheit hatte.

Er verwies darauf, dass es in der Praxis bei der Französischen Revolution aber nicht mehr um Rationalität, sondern nur um die Freiheit und die Befreiung von der gewaltsamen Vorherrschaft mehrerer Jahrhunderte seitens der Bourbonen und des französischen Adels ging.

In den Augen Ajatollah Chameneis ist die Französische Revolution im Grunde misslungen, denn circa 12 Jahre später sei sie gescheitert, als nämlich das mächtige Imperium von Napoleon, d.h. eine absolute Monarchie, entstand, die schlimmer war als die der Könige vor Ludwig dem 16., den die Revolutionäre hinrichteten.

Die Renaissance war wie gesagt einer von mehreren Faktoren, die auf die Debatte über die Freiheit großen Einfluss genommen haben. Die Absolutherrschaft der Kirche in Europa löste eine Bewegung, die sich gegen die Religion und die Kirche richtete, aus. Hunderte von Büchern wurden von Denkern in Frankreich, Deutschland, England und einigen anderen europäischen Ländern verfasst, die vom Geist dieser Bewegung geprägt waren. Aus dieser Literatur ging die Vorstellung hervor, Freiheit bedeute Ablehnung der Kirche. Diese Interpretation der Freiheit färbte auch auf Denker, die aus anderen Ländern nach Europa kamen ab. Sie deuteten in ihrer eigenen Sprache die Freiheit als Ablehnung der Religion. Ajatollah Chamenei übte an den religionsfeindlichen Intellektuellen in der Islamischen Welt, insbesondere im Iran, Kritik und sagte: „Grundsätzlich geht die Renaissance in eine religionsfeindliche und anti-kirchliche Richtung, weil sie auf dem Humanismus aufbaut. Auch danach haben die westlichen Bewegungen bis heute auf dem Humanismus basiert.“

Nach Ansicht von Ajatollah Chamenei kann diese religionsfeindliche Interpretation von der Freiheit sich jedoch in einem Land wie im Iran nicht manifestieren. Allerdings haben die westlichen Länder bereits große Anstrengungen gemacht, diese Deutung der Freiheit in den muslimischen Ländern zu verbreiten. Das Revolutionsoberhaupt stellte fest, dass die meisten Intellektuellen, die die Freiheit anti-religiös deuten angesichts der westlichen Kultur und Zivilisation ihre eigene Größe vergessen haben und sogar in vielen Fällen für die Fremdmächte gegen ihr eigenes Land handeln.

Ajatollah Chamenei sagt über die Vorlage eines Denkkonzeptes zur Freiheit mit Schwerpunkt Islamische Lehre weiter: „Wir wollen feststellen, was der Islam dazu sagt. Wenn wir Theorien abzüglich dem Islam verfolgen, werden wir dem gleichen Chaos begegnen, in das die westlichen Denker in verschiedenen Bereichen geraten sind. Sie haben sowohl Probleme in der Philosophie als auch in der Literatur und der Kunst und in gesellschaftlichen Fragen. Es gibt verschiedene gegensätzliche Ansichten, die in der Mehrheit keine praktische Umsetzung zur Folge haben. Aber wir wollen wissen, welche Ansicht der Islam vertritt!“

Es gibt ernsthafte Unterschiede zwischen der Deutung der Freiheit im Islam und dem liberalistischen Freiheitsverständnis des Westens.

Hierzu sagte Ajatollah Chamenei, Ausgangspunkt der Freiheit, als ein Recht oder ein Wert, sei im Liberalismus das humanistische Denken, bei der der Mensch Dreh- und Angelpunkt der Daseinswelt darstellt und in ihr entscheide. Seine Entscheidungsmacht aber setze voraus, dass er Freiheit besitzt. Er sagte: „Sie sagen der Mensch ist Mittelpunkt, d.h. in Wirklichkeit, der Mensch soll der Gott der Welt sein.“ Die Annahme, dass der Mensch die Welt beherrscht, erfordere jedoch dass er Freiheit besitze und seinen Willen ausüben kann, so Ajatollah Chamenei weiter.

Das Revolutionsoberhaupt bezeichnete diesen Gedanken als die Ausgangsbasis für das humanistische Freiheitsverständnis und die westliche Freiheitsdebatte.

Das Revolutionsoberhaupt sagte weiter: „Im Islam ist das Tauhid-Prinzip die wichtigste Grundalge für die Freiheit des Menschen. Tauhid ist nicht nur der Glaube an Gott, sondern bedeutet auch die Ablehnung der Abgötter. Tauhid ist Gottergebenheit und Nicht-Ergebenheit gegenüber anderem und anderen als Gott. In Wahrheit erhält die Freiheit in den Islamischen Lehren im Rahmen der Gott-Dienstbarkeit und der Respektierung und Wahrung der moralischen Werte ihren Sinn.“

Das Revolutionsoberhaupt beschrieb abschließend die Freiheit in den drei Bereichen Wirtschaft, Politik und Ethik.

Er sagte, dass die Praktizierung der Freiheit in Westen in diesen drei Bereichen eine sehr bittere, hässliche, und teilweise abstoßende Realität demonstriere.

Die Folgen dieser falschen Definition der Freiheit seien Benachteiligung, Gewalt, Kriegstreiberei und selektiver Umgang mit edlen Werten wie Menschenrechte und Demokratie gewesen.

Er ergänzte jedoch: „Trotz all dieser bedauerlichen Tatsachen kann die Betrachtung der Ansichten westlicher Denker bei Erforschung des Sinngehalts der Freiheit nützlich sein, denn bei ihnen findet man eine weit zurückreichende Ausarbeitung von Denksystemen und Diskussionen in Bezug auf die Freiheit.“

Abschließend mahnte Ajatollah Chamenei: „Die wichtigste Voraussetzung bei einer Betrachtung der Ansichten westlicher Denker besteht darin, sich vor einer auf Nachahmung ausgerichteten Sichtweise zu hüten, denn Nachahmung steht im Widerspruch zur Freiheit.“

http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/beitraege/item/150721-ajatollah-Chamenei-zum-thema-westliches-und-islamisches-freiheitsverständnis

 


14:04 - 21/11/2012    /    Nummer : 591154    /    Anzahl Zahl : 1934







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