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Iranische Architektur: Wasserspeicher "Abanbar"

 

 

 

 

Im Iran wurden kilometerlange unterirdische Brunnenkanäle angelegt. Es wurden Wasserdämme und Wasserspeicher gebaut. Die Wasserspeicher nannten sich Ab Anbar. ("Ab" bedeutet "Wasser" und "Anbar" bedeutet "Speicher").

Besonders in den Städten in der Wüstennähe spielten diese Ab Anbar eine zentrale Rolle. Sie waren in allen Stadtteilen anzutreffen.  Bei Bau von diesen Wasserspeichern  mussten viele Dinge in Betracht gezogen worden, wie der Wasserdruck, die Vergipsung der Speicherwände, die Belüftung und Filterung und Verhütung von Wasserverschmutzung. Wasserspeicher waren im alltäglichen Leben der Bevölkerung von großer Bedeutung. Dies lässt sich auch an den schönen Verzierungen dieser Bauwerke ablesen und an den weisen Sprüchen, die manchmal über dem Eingang zu diesen Speichern standen.

Ein Ab Anbar ist ein überdachtes Wasserbecken, das normalerweise tiefer als die Erdoberfläche in einem Kellerraum liegt. In dem wasserarmen Gebieten  werden diese Wasserbecken aus Regenwasser oder aus den saisonbedingten  Wasserläufen gespeist. Die Speicherung erfolgte normalerweise im Winter und das angesammelte Wasser wurde im Sommer verbraucht.

Für die Klärung des Wassers benutzte man verschiedene Methoden, nicht nur physikalische sondern auch chemische.   Zum Beispiel wurde eine bestimmte Menge Salz dem Wasser hinzugefügt, um Bakterien  abzutöten oder Kalkmischungen verwendet und es wurden Beutel  mit Kohle zur Verhütung von Geruchsentwicklung eingesetzt.

Die Wasserspeicher kann man unterscheiden nach allgemeinen Speichern, die sich in den einzelnen Vierteln, in Karawansereien und Dörfern und an wichtigen Verbindungswegen befinden und  die privaten Wasserspeichern in Häusern.

Die öffentlichen Wasserspeicher bauten Wohlhabende,  Stadtverwalter oder Wohltätige. Die Unkosten wurden somit  aus dem Volksvermögen oder aus Stiftungsgeldern bestritten.

Ein Wasserspeicher lag meistens im Zentrum eines Viertels, neben religiösen- und Lehrstätten, Handels-  oder Erholungsorten.  An den verbliebenen Beispielen sieht man, dass die öffentlichen Wasserspeicher ein größeres Speichervolumen hatten und einen längeren Zeitraum über den Bedarf der Stadtbewohner decken konnten.

Die privaten Wasserspeicher lagen in der Regel unter dem Gebäude oder unter dem Gebäudehof. Auch sie waren so groß, dass sie eine lange Zeit  den Bedarf der Hauseinwohner erwidern konnten.

Die wichtigsten baulichen Elemente eines Ab Anbar sind: Anlage  für Wasserspeicherung, Abdeckung der Speicheranlage, Lüftungskanal, Windturm, Treppen, Paschir – und ein hübscher Toreingang. Paschir wurde der kleine unterirdische Raum genannt wo der Wasserhahn des Speichers lag.

Die Anlage zur Speicherung war vier- oder recheckig oder auch achteckig und zylindrisch und lag zum größten Teil oder ganz unterhalb der Erdoberfläche.  Einige zylindrische Reservoirs konnten bis zu 3 Tausend Kubikmeter Wasser aufnehmen.   Aber es gab auch riesige Speicher mit einer Aufnahmekapazität von 100 Tausend Kubikmetern. In solchen Speichern  wurden im Innern Säulen eingebaut, die die Decke stützten.

Die Form der Überdachung von Wasserspeichern war verschieden: Kuppelförmig, flach , sichel- oder kegelförmig. Über den Wasserspeichern ragten Windtürme in die Höhe, die zur Kühlung des Wassers dienten und Luftströmungen ins Innere einließen.  Diese Windtürme  wurden aus quadratischen Ziegelsteinen so angelegt dass von 4 Seiten aus Luft in den Turm eindringen,  in den Keller zum Wasserspeicher herabströmen  und das gespeicherte Wasser kühlen konnte.  Durch weitere Luken drang die kühle Luft auch in anliegende Räume.   Die Häuser in Wüstennähe wurden früher mit je einem Windturm an jeder Hausecke gebaut.

An der Seite  des Wasserspeichers schloss sich zumeist hinter einem Torbogeneingang eine Treppe an, die zu der Stelle, wo sich der Wasserhahn befand, hinunterführte.  Diese Treppe war oft steil, aber sie war breit.  Und so konnten mehrere Personen  bequem gleichzeitig mit  einem Wasserschlauch, oder Krug usw. zum Wasser heruntergehen.  Meistens gab es im Paschir mehr als einen Wasserhahn. Die Wasserhähne lagen einen Meter über der Wasseroberfläche im Speicher und so blieb das Wasser, das aus den Hähnen floss frei von Teilchen, die sich am Speicherboden  abgesetzt hatten.

Einige Wasserspeicher hatten zwei Treppengänge, von denen einer für die  religiösen Minderheiten bestimmt war. Zum Beispiel der Rig-Wasserspeicher in Yazd war auf diese Weise  angelegt worden. Der schönste Teil der Wasserspeicher war der Torbogeneingang. Vor den Treppenstufen lagen meistens mehrere breite steinerne Plattformen, an dem sich die Besucher  gerne zu einem Plausch ausruhten.

Mehr Lesen: Parstoday

 

 


22:08 - 29/03/2019    /    Nummer : 725931    /    Anzahl Zahl : 22







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